2011_Kloatscheeten

 

   

 

2011 Kloatscheeten

Kloatscheeten ist ein uralter Brauch, über dessen Beginn aber wenig bekannt ist. In zufällig gefundenen Einträgen in einem Kirchenratsprotokoll der reformierten Gemeinde Bad Bentheim aus den Jahren 1630 und 1631 wird bereits der Kloet und das „Spielen mit dem Bollen und Kloet“ erwähnt.

Das Sportgerät ist der Kloat, eine etwa 380 bis 450 Gramm schwere und 40 bis 45 Millimeter dicke, abgerundete Scheibe im Durchmesser von 70 bis 80 mm. In der Mitte befindet sich ein Bleikern. Er wird mit einem Unterschulterwurf möglichst weit geworfen, dabei zählt das Ausrollen (größter Anteil) des Kloats zur erzielten Weite eines Wurfs. Vor dem Wurf wird der Padd oder die Straße (Wurfstrecke) „gelesen“, um die beste Weite zu erzielen. Durch das Abrollen des Kloats über die Finger und beim Aufsetzen auf der Straße/dem Weg wird der Kloat in Rotation versetzt und kreiselstabilisiert. Eventuell auf dem Padd (Straße) liegende Steinchen oder Unebenheiten können die Laufrichtung des Kloats positiv wie auch negativ hinsichtlich der Wurfweite beeinflussen.
Begonnen wird mit dem ersten Spieler einer Mannschaft, der den Kloat mit Schwung über die Strecke rollt. Der erste Werfer der gegnerischen Mannschaft versucht mit einem zweiten Kloat eine weitere Strecke zu schaffen. Von dem jeweiligen Endpunkt des Wurfes rollt der nächste Spieler der jeweiligen Mannschaft weiter. Gewonnen hat die Mannschaft, deren Kloat nach einem Durchgang die weitestete Strecke zurückgelegt hat. Oft verlässt ein Kloat die Strecke und muss mühsam aus dem Seitenraum oder aus einem angrenzenden Wassergraben geborgen werden. Dazu wird ein so genannter Kloatsucher mitgeführt, um die Suche zu erleichtern.
 
Zur Versorgung des 3 bis 5 stündigen Vergnügens in der freien Natur werden diverse Getränke wie Bier, Schnaps, Liköre, aber auch Tee und Kaffee mitgenommen. Dabei gibt es diverse Rituale, wie das Trinken eines Likörs an Kreuzungen. Auch Stärkungen wie Brötchen, Käse- und Wursthäppchen fehlen nicht. Als Transportmittel dienen hier ein Bollerwagen oder ähnliche Gerätschaften.
 
Mit Einbruch der Dunkelheit kehren die Gruppen regelmäßig in Gaststätten ein und nehmen hier ein vorher bestelltes deftiges Essen zu sich. Es besteht meistens aus Grünkohl mit Mettwürstchen und Speck. Da oft viele Gruppen in den Gaststätten zusammentreffen, klingt der Abend oft mit Tanz und Musik aus, dem so genannten Kloatscheeter - Ball.
  
 
So viel zu dem Hintergrund des Ganzen.

Erstmals schlossen wir uns in diesem Jahr der hiesigen Kloatscheeter Meisterschaft an.

Wir bildeten aus den 15 Teilnehmern unserer Kompanie nebst Anhang zwei Mannschaften und zogen Bestens ausgerüstet bei herrlichem Winterwetter unserer abgesteckten Wegstrecke. Euphorisch, in der Hoffnung die diesjährige Meisterschaft zu gewinnen, musste ein Kloat sein Dasein auf der Strasse aushauchen, als unser Präsident ihn unsanft mit dem Straßenbelag in Kontakt brachte. Aber vielleicht war der Kloat auch einfach nur zu sensibel. Für die unendlich lange Wegstrecke, für die Bestens mit kalten und warmen Getränken sowie einem Imbiss, gerüstet waren benötigten wir ca. 3 Stunden. Wir waren so gut, dass wir selbst die eine oder andere gegnerische Mannschaft überrundeten.
 

Mit Einbruch der Dunkelheit errichten wir dann selig das Abendlokal, um hier unseren deftigen Grünkohl ein zu nehmen. Aber danach war noch lange nicht Schluss mit dem Abend, sondern es wurde erst richtig gemütlich. Je mehr weitere Clubs von der Wegstrecke einkehrten umso mehr stieg auch die Stimmung. So fand der Abend einen gelungenen Abschluss beim Kloatscheeter – Ball. Zur Bildergalerie des Tages hier klicken.

 
 

nPage.de-Seiten: dritte-kompanie-gronau | Abijahrgang-1997